Herr Emma packt aus – Bekenntnisse eines Skeptikers #9… die vorerst Letzte…..

Einen fröhlichen Freitag Euch allen ☼

Eure Lieblingsserie ist nun am Ende angekommen: „Herr Emma packt aus – Bekenntnisse eines Skeptikers“

Lest hier Herr Emmas Rückblick auf rund ein Jahr pflanzliche Nahrung.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen. :-*

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Bekenntnisse eines Skeptikers – die vorerst letzte…

Sooo: nach mehr als einem Jahr mit Smoothies und Gemüse und anderen Leckereien ist es jetzt Zeit, einen Schritt zurückzutreten und mal zu schauen, was da eigentlich passiert ist.

Die größte Schwierigkeit bei der Umstellung war für mich das Unbekannte: plötzlich lernte ich Lebensmittel kennen, von denen ich noch nie gehört hatte geschweige denn eine Ahnung hatte, wie man sie zubereitet. Quinoa, Baobab und Konsorten sind halt schon eher exotisch für einen mehr oder weniger gutbürgerlich sozialisierten Menschen. Und diese Phase ist noch nicht vorbei: ich habe mich vorhin dabei ertappt, wie ich nach veganen Kochbüchern gesucht habe… Das ist zwar auch meiner Sammelleidenschaft für Kochbücher an sich geschuldet, aber auch der (abnehmenden) Unsicherheit, wie ich es denn am besten schaffe, mich lecker UND gesund zu ernähren.

Das zweite Problem war die geschmackliche Gewöhnung: nicht nur die Smoothies sind gewöhnungsbedüftig, auch manches andere schmeckt nun mal anders als die herkömmliche Hausmannskost. Das sollte man nicht unterschätzen, denn unser Geschmack wird nicht nur durch jahrelange Übung geprägt, sondern wir verbinden mit Essen oft auch Erinnerungen, die unsere Ernährungsgewohnheiten beeinflussen: in meiner Kindheit hatte ich z.B. mal eine üble Nacht nach einer Pilz-Orgie: ich habe jahrzehntelang Pilze nicht angerührt.

Andersherum verbinden wir mit einem bestimmten Geschmack oder Geruch schöne Erinnerungen; auf diesen Geschmack verzichten zu müssen, kann sehr schwer fallen.

Jetzt, nach einem guten Jahr, weiß ich, daß das alles nicht so schlimm ist und selbst ein Gewohnheitstier wie ich sich an gesunde Ernährung nicht nur gewöhnen, sondern sie auch genießen kann! Ich hätte nie gedacht, daß ich mal ein Stück Sahnetorte für einen Obstsalat stehen lassen würde, ich hätte mir nie im Traum vorgestellt, daß mein Mittagessen vier bis fünfmal die Woche aus Salat besteht oder ich Sehnsucht nach einem grünen Smoothie haben würde.

Und meine Ernährung ist durch die Umstellung auf Essen ohne Tier tatsächlich abwechslungsreicher geworden – wer hätte das gedacht.

Und ich würde behaupten, daß es mir – zumindest meistens – auch besser schmeckt. Nicht alles, was ich koche, ist lecker; aber das verbuche ich unter Anlaufschwierigkeiten. Ich merke allerdings an vielen Stellen, daß gesundes, vollwertiges Essen meistens besser schmeckt. Das hängt mit Sicherheit auch damit zusammen, daß ich nicht mehr rauche (ich dampfe jetzt!), aber manches, was ich früher gegessen oder im Supermarkt gekauft habe, würde ich jetzt nicht mehr anrühren, weil mir das einfach nicht mehr schmeckt! Die krasseste Erfahrung diesbezüglich hatte ich letztes Silvester: es gab extra für Freulein Emma und mich veganes Raclette: Wilmersburger Käse, Kartoffeln und Gemüse:
Pilze aus der Dose, Tomaten aus der Dose, Maiskölbchen aus der Dose und Paprika aus der Dose. Das wäre fast eine Wiederholung meines Pilzerlebnisses geworden: man möchte brechen, um Severus Snape zu zitieren… wobei die Kartoffeln lecker waren!

Diese Kolumne müßte, wenn das nicht der letzte Beitrag wäre, nun also umbenannt werden, denn skeptisch gegenüber der veganen Ernährung bin ich nicht mehr. Auch nicht, wenn in Foren, Kommentaren oder sonstwo im Internet Veganer für doof, intolerant, ignorant und uninformiert erklärt werden. Erstens bin ich kein Veganer, sondern ernähre mich vegan, und zweitens verstehe ich diese Leute: sie haben Angst, was Neues zu probieren und nehmen jedes noch so bescheuerte Argument zum Anlaß, um bloß nichts ändern zu müssen: gestern las ich die Frage, ob Veganerinnen ihre Kinder stillen dürfen; das sei ja auch Milch… Tut mir leid, wenn sich jetzt jemand beleidigt fühlt, aber wer mit offenen Augen durch die Welt geht und sich ein bisschen informiert, der sollte zumindest erkennen, daß eine durchdachte vegane Ernährung gut ist für alle: für die Tiere, für die Umwelt und natürlich für einen selbst. Man muß ja nicht so essen; jeder kann sich ernähren, wie er möchte! Allerdings finde ich, das Leben ist zu kurz, um was schlechtes zu essen (und wird dadurch noch kürzer) oder zu trinken.

Deshalb werde ich mich weiterhin so gesund und so lecker wie möglich ernähren und überlasse die Diskussionen darüber den Dogmatikern, Nörglern und Besserwissern und koch mir in der Zeit was LECKERES OHNE TIER !

Wenn es Euch gefallen hat, dann schreibt ihm das doch bitte. Ich würde ihn gerne als Co-Autor behalten :-p 😉

Und schreibt uns ruhig auch, wenn Ihr ein paar Rezepte haben möchtet, oder Buchtipps. Das Internet ist zwar voll davon, aber oft weiß man ja nicht, was man da jetzt nehmen und auswählen soll.

Ich hoffe, Ihr hattet Spaß beim Lesen.

Bleibt gesund und habt ein tolles Wochenende ♥

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